mein
erstmal letzter Bild-Bericht und mein Abschied aus der Refraktor-Selbstbau-Szene
Hallo, liebe
Leser, es ist nun vorbei mit meinen Refraktorbauten!
Und warum ?
Nun, ich habe eigentlich in den letzten Jahren fast alles verwirklicht, was in meinem Kopf herumspukte.
Und nicht nur das!
Ich habe MAK´s umgebaut....
Intes-Micro Alter M500 - Modifizierung der Fokusiereinheit
TeleVue seine Mängel mit dem blöden Schmirgelpapier innen aufgezeigt...
Ein wunderschönes
Gitter-SCT zuwege gebracht...
Habe mehrere Apos
zum Leben erweckt...
Und einiges mehr,
denke ich mal.
Dieser 130er TMB sollte mein letztes ( und auch aus Kostengründen lange herausgeschobenes )
Projekt.
werden.
Und auch vom
Gewicht ist der 130er nun das „ Ende der Fahnenstange“.
Mehr macht für
meine GP-D2 und meine kaputten Lendenwirbel keinen Sinn mehr.
Nun isser fertig,
und ich denke, das soll es dann auch gewesen sein.
( ich muß ja irgendwie nun auch mal an die Rente und die Altersvorsorge denken, mit über fuffiffufi,
oder?
)
Danken möchte ich hier wie immer dem Lutz Liebers für seine hervorragenden Dreharbeiten an teils
unmöglichen Alu-Legierungen und auch Peter Burgermeister, der nicht wenig Anteil am Gelingen des
Projektes hatte
mit seinen hilfreichen Infos.
Prost auf Euch,
meine Herren ! Täterä!
Und diesesmal werde ich keine „ Bauanleitung „ liefern , sondern will dem, den es interessiert, anhand
von Beispielen
einige Hinweise für künftige
eigene Projekte geben.
O.K. ?
Gut, dann Schluß
mit der Polemik.
Alle Bilder können angeklickt und vergrößert werden, die Bild-Nr. sollte man geflissentlich übersehen,
die ist nur, damit ich den Überblick behalten konnte.
Das 130er f6
Objektiv ist incl. Justierflansch sehr schwer ( 3,9 kg )
Und da man ja ein möglichst handliches Teilchen möchte, sollte man sehr genau überlegen wie man es
angeht.
Wenn man bei f6 mit 2“-WW-Okus ( z.B. Nagler 31 ) keine Vignettierung will , kann es mit einem
2“ Feathertouch
einfach nicht hundertprozentig funktionieren.
Egal, was mancher Händler anbietet, zeichnet man es sich auf, dann ist der 2“-OAZ die „ Bremse „ bei
f6 für Okus mit
großer Feldblende ! Das ist nun mal so.
Allerdings ist auch mit einem 2"-Auszug ala Feathertouch und Co. ein super Gerät zu hinbekommen. Die
auftretende Vignettierung wird man wohl visuell kaum wahrnehmen, mein Hinweis ist etwas für
Perfektionisten!
Sollte man dennoch einen 2"-Auszug einplanen so würde ich aber auf alle Fälle die Möglichkeit des
späteren Einsatzes von 3"- oder 4"-Auszügen konstruktiv offenhalten.
Also galt es ,
erstmal einen passenden OAZ zu finden.
Einen 4“
Feathertouch hatte ich an meinem 115er TMB-Projekt eingesetzt
http://www.tbrumm.de/selbstbau_eines_tmb_115_mit_miniaturansicht.htm
Der ist klasse,
aber auch sehr schwer ( ca 3 kg )!
Baader bietet seit einiger Zeit einen 3“ Hyperion-Auszug an. Ich habe ihn mir zum Testen kommen
lassen und ihn
dann auch gekauft.
Der Preis ist etwa 30% geringer als der des Feathertouch und das Gewicht nur die Hälfte, nämlich 1.5
kg!!
Durch die Zahnstange ( Rack-und Pinion-System) hat er aber etwa 2-3 Bogensekunden Shifting, was
der Feathertouch halt konstruktionsbedingt nicht hat . Ich kann damit leben!
Meine
Meinung:
durchaus empfehlenswert, er läuft sehr sanft, die Feineinstellung perfekt, die Innenverblendung mittels
eingefräster Blenden ist top und die Montage mittels des Hilfsflansches genial, da man sich jedwede
Gewindeschneiderei
erspart!
Bild 1
Bild 27
Auf dem OAZ sitzt mein schon lange bewährter 5-fach TEC-Okularrevolver, welcher allerdings auch
einiger
Nachbearbeitung bedurfte.
Bild 2
Was den TEC-5fach_Revolver betrifft, so handelt es sich offensichtlich um einen Nachbau des
damaligen 5-fach
DDR-Zeiss-Revolvers.
Allerdings leider
ohne die erforderliche matte
Schwärzung im Inneren zu beachten.
Das Ding ist innen
glänzend eloxiert, ohne eigenen Eingriff nur bedingt tauglich.
Ich habe den Spiegel etwas nachjustiert und das Innere komplett mit Velours von Protostar
(
siehe weiter unten ) ausgelegt, nun ist er ein
klasse Teil!
Meine
Meinung:
Absolut
empfehlenswert nach entsprechender „ Entspiegelung „.....
Das Rohr ist bei Gerd Neumann bestellt mit 135mm Innendurchmesser, 140mm Außendurchmesser und
440mm Länge.
Der Vorteil betsteht nicht nur in der nach Wunsch gefertigten Wandstärke , sondern auch in den exakt
abgedrehten Tubusendenden.
Wir hatten hier mal ein Diskussion über den Sinn oder Unsinn der genauen Winkligkeit von
Tubusenden....
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/399477#Post399477
und ich sage
Euch:
aufgrund der exakten , winkligen Abstechung der Enden habe ich hier zum Schluß am Objektivflansch
keine Kolli-Arbeit mehr vornehmen müssen.
Sterntest ist perfekt. Und da werde ich auch den Teufel tun, da noch rumzuschrauben, obwohl ich es
bestimmt
beherrsche!
Meine
Meinung:
Das Rohrmaterial, welches Gerd vertreibt ist allererste Sahne und in bester Qualität und Maßhaltigkeit.
Jedwede Möglichkeit der Kolli sollte bei jedem Gerät berücksicht bzw. offengehalten werden. Ob man
es
dann braucht ist eine andere Sache.....
Für die Aufnahme des Objektives ( und analog des OAZ ) habe ich wie immer von Lutz einen Ring
drehen
lassen, der halt auf das Rohr passt....
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Die
Befestigung erfolgt von innen mittels eingesenkter M3-Edelstahlschrauben....
Bild 6
Bild 7
Nun, der OAZ wird natürlich auch am Tubus in einer entsprechenden Tubusabschlussplatte mittels
Senkschrauben
befestigt.
Bild 8
Hat man das soweit hinbekommen, gilt es, den OAZ auf seine Ausrichtung auf die Achse zu prüfen und
ggfs.
nachzujustieren..
Hierzu habe ich
einen Laser selbst gebaut und erstmal in die richtige Kolli gebracht
und dann alles
getestet.
War perfekt!
Bild 9
In der Mitte des angezeichneten Kreuzes befindet sich ein Nadeleinstich als eigentlicher Mittelpunkt!
Bild10
Bild 11
Bild 12
Bild 13
Vielleicht noch
ein Hinweis:
Mit das
Wichtigste ist ( und guckt mal alle meine Berichte an ) ein guter Handgriff am
Gerät.
Man, ein Gerät, wie schwer oder leicht es auch sein mag, muß einfach vernünftig in die Monti gesetzt
werden können.
Oder weggeschmissen werden.....
Uns da gibt es
Unterschiede.
Es gibt „ schöne
„ Griffe, die aber für das Handling total bekloppt sind.
Schönheit
ist eben nicht alles!
Ich habe hier die
Griffe meiner Wahl gefunden:
Bild 26
Meine
Meinung:
Der
beste Griff, den man sich genehmigen sollte.
Sieht zwar nicht „ toll „ aus, ist aber vom Handling her unübertroffen!
Und noch was:
Falls man nur
visuell „ guckt „ , ist die Wahl und die Montage der Prismenleiste relativ
unkritisch.
Hat man aber ein „ GOTO-System „, dann muß die Orthogonalität der Teleskopachse zu Polachse
hergestellt sein,
sonst hat man keine Freude an der Sache.
Und dazu ist eine justierbare Prismenleiste unumgänglich! Das läßt sich recht einfach durch die
Verwendung von Zug- und Druckschrauben realisieren. Im Bild sieht man die versenkten
Madenschrauben
( Druckschrauben ) und die großen Inbusschrauben ( Zugschrauben ).
Bild 24
Bild 25
Mehr darüber kann man sehr schön hier, Anhang A, nachlesen:
http://skyeng.com/images/skycomm manual.pdf
Anschließend
erfolgte die Lackierung „ weiß „.
Wer meine
bisherigen Projekte kennt weiß, dass ich am liebsten Goldfolie verwende.
Diesmal wollte ich
„ klassisch „ weiß nehmen.
Und da möchte ich
auf den tollen Tip von Peter Burgermeister hinweisen!
Die Farbe (
Allprimer und Weiß Satin ) von
ist oberaffengeil.
Leute, ich kann
nur mit der Rolle im Wohnzimmer arbeiten, aber das Ergebnis ist einfach genial.
Am Tageshimmel, wenn die Sonne runterkracht, bleibt das Rohr aufgrund der Titanoxidpartikel im Lack
kalt. Unglaublich,
ist aber so!
Und , es wird oft
im Internet behauptet: Alu lässt sich nicht lackieren.
Das stimmt so wohl nicht, denn die Herstellfirma nennt auch ALU als lackierbar. Ich habe es mit Erfolg
probiert!
Meine
Meinung:
Diese Farbe ist für jeden Selbstbauer absolut empfehlenswert, zumal man sie auch mit der Rolle
auftragen
kann.
Hier einige
Impressionen von den Lackierarbeiten ...
Bild 14
Bild 15
Bild 16
Bild 17
Nachdem alles o.k
war, habe ich die Teile halt zusammengebaut für einen kleinen Test.....
Bild 18
Bild 19
Bild 20
Bild 21
Bild 22
Wunderschön schon
am Morgen die Sonne mit Herschelprisma von Baader....
Bild 23
Ja, ich weiß: die
Taukappe fehlt noch.
Habe ich aber selbstverständlich schon imVisier , es bedarf aber noch einiger Maßnahmen.....
Und eine Taukappe ist meiner Meinung nach nicht mehr Wert, hier extra beschrieben zu werden. Das
habe ich z.B in meinem Bericht über die Optimierung meines 105er TMB gemacht.
http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/TMB105_optimierung.htm
Ach so, was habe ich denn im Inneren gemacht, Blenden? Kegelblenden? Oder nix?
Vorab:
richtig! gesetzte Blenden und richtig dimensionierte Blenden sind immer die beste Lösung!
Und dabei sollte man die Blenden so auslegen, daß von der Okularseite aus überhaupt kein Tubusstück
im Inneren irgendwie zu sehen ist!
http://www.berfield.com/baffles.html
( hier sollte man immer den untersten Satz im Link beherzigen! )
Aber, eine perfekte Innenschwärzung ist einfacher zu erhalten und in jedem Fall besser als falsch
dimensionierte und falsch gesetzte Blenden. Ich kann nur warnen, einfach einige Blenden in das Rohr zu
stecken, wenn man nicht alle Faktoren kennt, die da berücksichtigt werden sollten.
Das könnte schon wieder ein anderer Bericht werden ...
Ich habe wieder das tolle Velours von Protostar eingesetzt und natürlich alle nur mögliche
Reflektionspunkte im Inneren des Tubus und des OAZ und des TEC-Revolvers mit dem Velours
beschichtet.
http://www.fpi-protostar.com/flock.htm
Perfekt. Keine
Blenden notwendig, wenn man denn dann auch eine entsprechende Taukappe einsetzt.
Hier mal ein Bild der Austrittspupille.
Bild 28
Meine Meinung:
Der 130er TMB f6 ist allemal die Mühe und das Geld wert gewesen und hat mich bei seinen ersten
Einsätzen rundherum überzeugt.
Es ist das beste Allround-Gerät, was ich jemals zur Verwendung hatte.
Und das bei einem Strehl von " nur " 0,958 !
Das Gesamtgewicht liegt mit Okularrevolver samt Naglerokus bei etwa 8,5 kg.
Es ist also kein tatsächliches Leichtgewicht geworden. Na, was solls!
Das ist ja auch logisch , wenn man die Gewichte der Einzelteile bedenkt ( Gewicht des Objektives, des
OAZ des TEC-Revolvers, der Okulare, dem Tubus samt Alu-Drehteilen, Rohrschellen und massiver
Prismenleiste ) .
Mehr sollte es aber wirklich nicht sein, wenn man seine Gesundheit im Auge behalten will ...
Ich hoffe, ich
konnte noch einige Infos geben.
Ansonsten will ich
gern allen Fragestellern Hilfe geben.
Einen weiteren Bericht gibt es nun erstmal nicht mehr.
In diesem Sinne,
liebe Grüße an alle!
Euer Wolf, der nun
wohl erstmal keinen Bericht mehr schreiben wird.....
